Liebe Christinnen und Christen im SSB Hofer Land und darüber hinaus,
liebe Freunde und Bekannte,
liebe E-Gemeinde,
die Weihnachtszeit war erfüllt vom Glanz vieler Sterne an den Christbäumen und in den Fenstern. Sie kommen mit ihrer Leuchtkraft nicht das Licht heran, das aus der Krippe aufstrahlt: Jesus Christus.
ER ist der Morgenstern, der die finstere Nacht und auch unsere dunkle Zeit und die Schattenseiten des Lebens hell macht und mit dem Licht der Hoffnung und des Lebens erleuchtet. SEIN Licht setzt (die Weisen) in Bewegung und erfüllt die Herzen.
Anbei ein adventlich-weihnachtliches Lied – auch für den Alltag (GL 372).
Nach gefüllten Tagen zwischen den Jahren
und bis „Hochneujahr“ bzw. bis zum „Öbersten“,
wie der „Dreikönigstag“ hier in Hochfranken genannt wird, sind die festlichen Gottesdienste des Weihnachtsfestkreises mit dem Fest „Taufe des Herrn“ passé, die Besuche von Familie und Verwandten
und die Zeit mit Freunden abgeschlossen –
eine intensive Zeit des Gebetes und der Gottesdienste,
des Redens, des Schweigens und Staunens
am Christbaum, an der Krippe –
bei vielen ist sie schon wieder im Schrank –
nichts erinnert mehr an Weihnachten –
außer vielleicht so mancher Baum, der noch bis Lichtmess stehen darf.
Die (Schul-)Ferien sind vorüber und die Arbeitsroutine hat begonnen – der Alltag hat uns wieder.
Für diesen Alltag
und für das neue Jahr wünsche ich Dir/Ihnen/Euch Gottes Segen:
Möge das neue Jahr ein glückseliges sein
und unter einem guten Stern, unter Gottes Stern, stehen!
Anbei zum Nach-Lesen und Nach-Denken meine Impulse zum Fest der Heiligen Familie und zum 2. Sonntag nach Weihnachten.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Dieter G. Jung
Stellvertreter des Leitenden Pfarrers
Pfarradministrator im Katholischen Seelsorgebereich Hofer Land
zuständig für Schwarzenbach a. d. Saale – Oberkotzau – Rehau
derzeit administrativ auch zuständig für Hof – Helmbrechts – Münchberg – Sparneck
Richard-Wagner-Straße 2
95126 Schwarzenbach a. d. Saale
Achtung! Neue Rufnummer: 09281 / 84056-35
weiterhin gültig: Tel.: 09284 / 327 Fax: 09284 / 4663
E-Mail: [email protected]
Predigt Fest der Heiligen Familie LJ A (2025 OK; SB; Reh)
Sir 3,2-6.12-14 + Mt 2,13-15.19-23
Liebe Frauen, Männer und Kinder!
Menschen auf der Flucht – Menschen im Bombenhagel – Menschen unter Gewalt und Terror – Bilder, die uns auch an Weihnachten 2025 nicht loslassen; Bilder, die in die Idylle von Weihnachten einbrechen: Statt „o du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit“, statt des „holden Knaben im lockigem Haar“ Menschen auf der Flucht, im Bombenhagel, unter Gewalt und Terror. Auch wenn wir das nicht sehen wollen, ist es bittere Realität: Menschen auf der Flucht vor Gewalt und Terror, vor Bürgerkriegen und Verfolgung, Menschen auf der Flucht, weil die politischen Verhältnisse oder der Klimawandel Lebensperspektiven nehmen; Familien in überfüllten Flüchtlingsboten in unserer Zeit – damals Maria, Josef und das Jesuskind auf der Flucht, um Herodes und den fanatischen Verfolgern zu entgehen.
Was bleibt? Was bleibt da übrig, als der Wille, die eigene Haut zu retten?
Was bleibt ist trotz allem und in allem die familiäre Verantwortung, die Sorge um Schutz und Geborgenheit, die Sorge um das Wohlergehen all derer, die zur Familie dazugehören. Wer so handelt ist kein Träumer, sondern wie Josef ein Traummann: Er ist ein einfühlsamer Mensch, der spürt, was für die Familie jetzt notwendig ist – im wahrsten Sinn des Wortes not-wendig. Josef ist ein hörender Mensch, einer, der Träume hat und der Stimme Gottes Vertrauen schenkt: Er glaubt, dass mit Gottes Hilfe alles gut werden kann – aber dafür auch eigene Anstrengungen nötig sind. Und Josef ist ein Mann der Tat; er macht keine großen Worte: in der Bibel redet er kein einziges Wort; er handelt und nimmt die Rolle an, die Gott, der himmlische Vater, ihm zugedacht hat: irdischer Vater für Jesus zu sein – und Mann an der Seite Marias.
Was ist mit unserer familiären Verantwortung: Mit unserer Verantwortung für die Mitglieder unserer Familien – mit unserer Verantwortung für die Menschheitsfamilie – mit unserer Glaubensverantwortung?
Werden wir ihr gerecht?
In allem Tun ist die Liebe entscheidend, die Liebe zu den Mitmenschen und die Liebe zu Gott, aus der heraus wir handeln. Beides gehört zusammen: Die liebende und solidarische Gemeinschaft mit Gott und untereinander – das ist das Geheimnis der Kirche: im Kind von Bethlehem hat Gott uns seine Liebe und die Solidarität mit uns Menschen gezeigt. Sie gilt allenMenschen – bedingungslos, auch wenn Menschen der eigenen Familie und der eigenen Religion uns näherstehen. Die Liebe und Solidarität Gottes gilt allen, die zu dieser einen Menschheitsfamilie gehören. Gottes Liebe ist nicht exklusiv für uns Christen als scheinbar bessere Menschen, die dadurch andere ausschließt und diskriminiert. Gottes Liebe ist inklusiv und alle einschließend, allumfassend!
Die kleinste Keimzelle dieser liebenden Gemeinschaft ist die Familie. Das Bild der Familie in unserer Gesellschaft hat sich in den vergangenen Jahrzehnten verändert: Familie ist komplexer und differenzierter geworden; die Formen des partnerschaftlichen Zusammenlebens und familiären Strukturen sind vielfältig und vielschichtig. Gott sei Dank wachsen über ²/3 der Kinder in Familien auf. Und wenn man Jugendliche nach ihren Zukunftsträumen fragt, dann lautet die häufigste Antwort: Freundschaft, Partnerschaft, Familie.
In der Familie lernen Kinder und Jugendliche nicht nur das Leben und die Liebe, sondern auch den Glauben kennen. Glaube fällt ja nicht vom Himmel. Glaube will erfahren werden. Glauben lernt man nicht aus dicken Büchern. Glauben lernt man von glaubwürdigen Menschen – und das sind für die Kinder in erster Linie die Eltern und Großeltern. Es geht nicht darum, Glaubenssätze auswendig zu lernen, um sie abzufragen. Es geht darum, Kinder mit hinein zu nehmen in die lebendige Beziehung mit Gott und Jesus Christus!
Liebe Eltern, beten Sie mit Ihren Kindern: morgens und abends und zu den Mahlzeiten! Feiern Sie mit ihnen und der Gemeinde Gottesdienst! Lassen Sie Ihre Kinder im Alltag spüren, dass der Glaube das Leben erdet, es wertvoll und schön macht! Geben Sie weiter, was Sie selbst erfahren haben – oder was sie sich als Kind gewünscht hätten! Sorgen Sie sich nicht, dass das, was sie geben, zu wenig sein könnte! Vorleben und Säen, das ist Ihre, ja unsere Aufgabe – Wachsen und Fruchtbringen ist dann Sache der Kinder! Zur Erziehung gehört nicht, am Glauben „zu ziehen und zu zerren“ oder den Glauben zu erzwingen, sonst reißt vieles ab und junge Menschen fliehen vor dem Glauben!
Liebe Gemeinde, auch eine herzliche Bitte an Sie, an uns alle: Schaffen wir ein Klima, in dem Kinder, Jugendliche und Familien auf „den Geschmack“ am Glauben kommen können. Leben wir ihnen eine Gemeinschaft vor, die einlädt und die auch die Fragen und Anliegen junger Leute zulässt. Amen.





