Impuls zum Leben

Liebe Christinnen und Christen im SSB Hofer Land und darüber hinaus,

liebe Freunde und Bekannte,

liebe E-Gemeinde,

 

wunderschöne Blüten-Teppiche und Blumen-Legearbeiten schmückten die Altäre zu Fronleichnam.

Hier im Bild Beispiele vom diesjährigen Fronleichnamsfest aus Oberkotzau (Sonntag) und Rehau (Donnerstag).

Blumen und Blüten, die vom blühenden Leben sprechen, das Jesus Christus für uns ist:

 

Im Kreuz ist Heil, im Kreuz ist Leben, im Kreuz ist Hoffnung

ja, die Kreuzmitte ist Jesus Christus selbst:

Er verbindet Himmel und Erde, Gott und Menschen;

Er gibt sich für uns hin und gibt sich hinein in Brot und Wein

und nimmt so seinen Tod am Kreuz vorweg.

Er ist der Weg, die Wahrheit und das Leben – Leben in Fülle;

Er geht durch Kreuz und Grab hindurch ins Leben –

ja, das Kreuz und sein Kreuzestod ist die Brücke zum ewigen Leben.

Wir halten (in der Monstranz) den hoch, der uns wichtig ist:

Jesus Christus, gegenwärtig im Brot, das lebt und Leben spendet.

Die Eucharistie ist Zeichen und Sakrament der Liebe Gottes –

und die Rosen sind Zeichen unser Liebe zu Jesus Christus.

Er, Jesus Christus, hat Ausstrahlung

und wirkt hinein in unsere Lebenswelt:

sich konzentrisch ausbreitend

und radial durchdringend.

Wir Menschen kommen zu Ihm und finden in Ihm

die Mitte und die Mitte unseres Glaubens.

 

Anbei ein Lied-LINK zum Nachklingenlassen des Fronleichnamsfestes (GL 495 / Str. 1).                

 

Dir/Euch/Ihnen einen guten Start in die neue Woche – Gottes Segen!

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Dr. Dieter G. Jung

Stellvertreter des Leitenden Pfarrers

Pfarradministrator im Katholischen Seelsorgebereich Hofer Land
zuständig für Schwarzenbach a. d. Saale – Oberkotzau – Rehau

 

(Fotos: Dieter G. Jung)

 

PREDIGT Fronleichnam (LJ A) (2026 SB, Reh, OK)
Dtn 8,2-3.14-16a + Joh 6,51-58


Liebe Schwestern und Brüder, liebe Kinder, liebe Jugendliche!
Sonne ist Leben – Wasser ist Leben – Liebe ist Leben – es gibt Vieles, was
Leben ist und entscheidend, ja existentiell für unser Leben ist.
Gott war existentiell für die Israeliten: Er hat sie aus der Sklaverei in die
Freiheit geführt. Nach (literarischen) 40 Jahren 1 Wüstenwanderung sind sie
fast am Ziel und stehen vor dem gelobten Land. Im Buch Deuteronomium
hält Mose eine große Abschiedsrede bevor er „über den Jordan geht“ und
stirbt und die Israeliten „über den Jordan gehen“ und ins von Gott gelobte
Land einziehen. Solche literarischen Abschiedsreden sind wie ein
Testament zu lesen, als Vermächtnis und Wegweiser für zukünftige
Generationen.
Sonne ist Leben – Wasser ist Leben – Liebe ist Leben – es sind auch die
Umstände, die entscheidend, ja existentiell sind für unser Leben.
Das Buch Deuteronomium wurde geschrieben in einer Nachkriegszeit –
einschneidende Verluste waren zu beklagen und kritische Fragen nach
Gottes Sorge und Schutz wurden laut: Wo war Gott? Gibt es Gott
überhaupt?
Literarisch verpackt in die Abschiedsrede des Mose gibt das Buch
Deuteronomium Orientierung: Es schaut zurück auf das, was war, und

voraus auf das, was kommt – und erfährt in der Krise Ermutigung zum
Leben. Wichtig ist dabei, den „ganzen Weg“ (Dtn 8,2) anzuschauen, im
eigenen Leben und
im Zusammenleben – (literarisch) 40 Jahre! In der aktuellen
Negativerfahrung kommen so die positiven Erfahrungen ans Licht, die
geholfen haben, Herausforderungen und Krisen durchzustehen. Diese
Erinnerung ist wichtig, wegweisend und existentiell. Erst im Rückblick wird
klar, dass man(n) und frau – mit Gottes Hilfe – trotz allem gut
durchgekommen ist, auch wenn zeitweise leidvolle Erfahrungen diesen
(Lebens-)Weg prägten. Auch wir können mit Blick zurück sagen: Wir haben
weit schlimmere und schlechtere Zeiten erlebt als die aktuellen. Wir werden
es auch diesmal schaffen!
Sonne ist Leben – Wasser ist Leben – Liebe ist Leben – der Weg ist Leben –
es sind Erinnerungen, die entscheidend, ja existentiell sind für unser Leben.
Der dem Fronleichnamsfest zugeordnete Lesungsabschnitt (Dtn 8,2-3.14-16a)
schaut zurück auf die Wüstenzeit der Israeliten. Sie war geprägt vom
Ringen ums Überleben an einem lebensfeindlichen Ort: Beim Weg durch
die Wüste gab es Durststrecken und auch Tage voller Hunger – dem Tod
näher als dem Leben. Mose ruft in Erinnerung: Gott war da – mitten in der
Wüste des Lebens – und er half auf seine wunderbare und fürsorgliche
Weise: Wasser und Brot (vgl. Dtn 8,15-16a) – keine entbehrungsreiche
Gefängnisnahrung, sondern Nahrung auf dem Weg in die Freiheit der
Kinder Gottes! Wasser und Brot, die auch mahnen, Gott im Wohlstand

1 Vgl. Erläuterungen zur Zahl „40“ in der diesjährigen Predigt zu Christi Himmelfahrt.

nicht zu vergessen, sondern dankbar zu sein für das Not-wendige im Leben
und für das Leben.
Sonne ist Leben – Wasser ist Leben – Liebe ist Leben – Brot ist Leben – es
ist das Not-wendige, das entscheidend, ja existentiell ist für unser Leben.
Brot, das lebt und Leben spendet, das ist das Geheimnis von Fronleichnam.
Dieses Brot hat eine andere Qualität als das Brot, mit dem Gott die
Israeliten in der Wüste speiste. Das „Wüstenbrot“ diente dem Überleben,
konnte aber das Sterben am Ende des Lebens nicht verhindern (vgl. Joh 6,58);
dazu bedurfte es eines anderen Brotes: „Wer von diesem Brot isst, wird in
Ewigkeit leben“ (Joh 6,51) – Jesus Christus ist dieses Brot, das lebt, ewiges
Leben spendet und Anteil an der Auferstehung gibt. Dieser Glaube wird in
der und durch die Eucharistie genährt: Wir haben Anteil an Jesu Tod und
Auferstehung. Eucharistische Mahlgemeinschaft mit Jesus Christus auch
über seinen Tod hinaus: Jesus Christus ist da. ER ist gegenwärtig in Brot und
Wein. ER gibt sich für uns hin und spendet Leben und neue Lebendigkeit im
Glauben. Für uns Christen hat Jesus Christus, das Brot des Lebens, daher
existentielle Bedeutung! Und unsere Teilnahme am eucharistischen Mahl ist
ein Akt des Glaubens und der realen Gemeinschaft mit IHM und
untereinander.
„Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, für das Leben der Welt.“
(Joh 6,51), sagt Jesus provokativ im heutigen Evangelium. Es ist keine
kannibalistische Aussage (vgl. Vorwurf der Juden in Joh 6,52) und auch keine,

die Vegetarier abschrecken müsste. Es geht um die Präsenz und Realität
Gottes, wie sie im Johannesevangelium schon im Prolog ausgesagt ist: „das
Wort ist Fleisch geworden“ (Joh 1,14). Jesus Christus ist da, voll und ganz –
nicht nur in der Erinnerung oder im Gedenken. Jesus Christus schenkt sich
uns und schenkt uns neue Lebendigkeit. ER ist das Brot, das unsere
Hoffnung nährt, uns stärkt – auch in Zeiten der Krise – und uns nicht
zugrunde gehen lässt. ER ist das Brot, von dem wir leben und von dem unser
Glauben lebt. AMEN.