Liebe Christinnen und Christen im SSB Hofer Land und darüber hinaus,
liebe Freunde und Bekannte,
liebe E-Gemeinde,
Alpaka-, Lama- oder Eselswanderungen liegen im Trend.
Stressfrei, fernab vom Alltagslärm in gemütlichem Tempo – geführt und begleitet von einem Esel – Loslassen und Entspannung pur.
Oft sieht mein Leben anders aus: Lasten und Belastungen.
Welche Lasten und (eigenen oder fremden) Erwartungen bestimmen und belasten meinen Alltag/mein Leben?
Sehne ich mich danach, diese Lasten loszuwerden oder zumindest einmal abzusetzen und aufzuatmen?
Viele nutzen freie Tage oder den Urlaub genau dazu:
Aufatmen, Körper + Seele entspannen, Kraft tanken.
Manchmal lässt die Belastung nicht los – bedrückend.
Jesus lädt uns keine neue Last auf – im Gegenteil, er lädt zum Ausruhen ein.
Ich mir die Zuwendung und Liebe Jesu auch nicht erst durch Leistung verdienen…
… ich bekomme diese wohltuende Liebe geschenkt – gratis, wenn ich mich auf Ihn einlasse.
Wenn ich mit Jesu Augen auf mein Leben schaue, dann kann ich Lasten tragen und Er hilft mir tragen. Bei Ihm und mit Ihm kann ich in der Stille Gelassenheit, neue Kraft und tiefen inneren Frieden finden.
Der angehängte Ruhe-IMPULS greift die Texte des 14. Sonntages im Jahreskreis (LJ A) und diese Thematik auf.
Hier noch ein Lied zur Vertiefung: Meine Seele ist stille in dir (GL Bamberger Anhang 848)
Anbei ein Lied-LINK zum Zuhören und Mitsingen.
Dir, Euch, Ihnen eine gute Woche auch mit Momenten/Zeiten zum Zur-Ruhe-Kommen,
zum Entspannen für Körper Geist und Seele, zum Gebet und Kraft-Tanken bei Jesus Christus.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Dieter G. Jung
Stellvertreter des Leitenden Pfarrers
Pfarradministrator im Katholischen Seelsorgebereich Hofer Land
zuständig für Schwarzenbach a. d. Saale – Oberkotzau – Rehau
PREDIGT 14. Sonntag im Jahrkreis, LJ A (2026 RL, MÜB, SB)
Sach 9,9-10 + Mt 11,25-30
Liebe Schwestern und Brüder, liebe Kinder, liebe Jugendliche!
Viele Menschen sehen sich nach einer Auszeit, nach körperlicher Entlastung und seelischer Entspannung – Sie vielleicht auch?! Im Alltag renne ich oft meiner Zeit hinterher. Ich bin abgehetzt und
unter Termindruck:
Wie soll ich das nur alles schaffen in der knappen Zeit?
Eingespannt wie in ein Joch. Es ist manchmal eine Last und ganz schön schwer: Unser Leben und Zusammenleben mit seinen vielen Sorgen, den je
eigenen Herausforderungen, persönlichen, nationalen und globalen Krisen:
Wo finde ich Entlastung? Wo kann ich das abgeben, was mich bedrückt?
Im und mit den Worten des heutigen Evangeliums lädt Jesus die Menschen damals und uns heute zur einer Auszeit ein, zu einer Zeit mit IHM. Bei Jesus
Christus darf ich meine Last abladen, den schweren Rucksack, den ich – bildlich gesprochen – so oft mit mir herumschleppe, absetzen und loslassen:
Ich kann bei IHM wohltuende und heilsame Ruhe finden, wenn ich mich (immer wieder) auf IHN und die Begegnung mit IHM einlasse.
Dann kann auch ich beten oder singen: „Meine Zeit steht in deinen Händen. Nun kann ich ruhig sein, ruhig sein in dir“ (Gotteslob Bamberger Teil 854 –
Kehrvers).
Wir können und müssen nicht alles von Gott und Jesus Christus verstehen – vieles bleibt Geheimnis. Aber die Beziehung zu Gott und zu Jesus Christus hat Auswirkungen: Ich kann im Gebet vor Gott
und in der Anbetung vieles abgeben – bekomme auch manches abgenommen – finde in der Ruhe wieder Kraft für meinen Alltag. Einfache Menschen – Menschen, die sich einfach auf Gott und Jesus
einlassen, können das erfassen und als Gottes Wirken in ihrem Leben dankbar annehmen.
Oftmals sehen wir – ich nehme mich da nicht aus – eher das Belastende, das Schwere, die „Joche“, die zu tragen sind. Wem ein Joch oder eine schwere Last auferlegt wird, der hat einiges zu
schultern und zu tragen: als Alleinerziehende oder als Witwe – in zerrütteten oder gescheiterten Beziehungen – wenn der Gang zur Schule schwer fällt oder sich kein geeigneter Ausbildungs- oder
Arbeitsplatz findet – bei einer schweren eigenen Krankheit oder bei pflegebedürftigen Angehörigen. Jesus Christus lädt uns nicht noch mehr auf. Die Zeit mit IHM ist keine Zeitverschwendung und
Belastung, sondern eine Einladung zum Ausruhen. Psalm 23 spricht vom erfrischenden „Ruheplatz am Wasser“ (Ps 23,2), zu dem der gute Hirt mich einlädt und führt, wenn ich mich auf ihn
einlasse.
Jesus lädt mich auch ein, von IHM zu lernen: „Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; und ihr werdet
Ruhe finden für eure Seele. Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht“ (Mt 11,29-30). Wenn ich das Joch – also die schweren und schmerzhaften Erfahrungen – Jesu annehme und in meinem
Denken und Glauben nicht ausblende, dann kann auch ich mein eigenes „Päckchen“ tragen und von Jesus lernen: Geduld und Gelassenheit, Ausdauer und Zielstrebigkeit – Eigenschaften, die man auch
Eseln zuschreibt; dabei ist Jesus alles andere als ein „dummer Esel“. In der Lesung aus dem Buch Sacharia klingt der gutmütige König an (vgl. Sach 9,9-10), der auf einem Esel zu den Menschen
kommt – wie Jesus bei seinem Einzug in Jerusalem (vgl.
z.B. Mt 21,1-11).
Jesus reitet nicht auf einem kraftvollen Schlachtross oder schönen Araberhengst, sondern auf einem Esel, dem Reittier armer Leute. Esel sind zwar deutlich langsamer als Pferde, dafür aber sehr
ausdauernd und auch für unwegsames Gelände gut geeignet. „Wo die Pferde versagen, schaffen es die Esel“, soll Papst Johannes der XXIII. gesagt haben – und der muss es wissen, da er selbst aus
einfachen bäuerlichen Verhältnissen stammt. Im Gegensatz zu den scheuen Pferden, die Fluchttiere sind, halten Esel auch in schwierigen Situationen der Belastung stand, wie Jesus. ER setzt damit
ein Zeichen für den Frieden gegen Streit(wagen) und Krieg(er). ER weiß aber
auch, dass sein Werk der Erlösung und seine Mission, den Menschen den Weg zu Shalom, zu Gerechtigkeit, Frieden, Wohlwollen und Liebe aufzuzeigen, nicht ohne Leiden und nicht ohne das Joch des
Kreuzes möglich sind. Geduldig, ruhig und zielstrebig nimmt ER Leid und Kreuz an. Jesus und auch der Esel können uns lehren, wie wir in unseren privaten und beruflichen Konflikten und
Schwierigkeiten und vor allem mit unseren Kreuzen und Jochen umgehen sollen: Wenn ich bei Jesus Christus zur Ruhe
und zu Kräften komme und mit Eselsgeduld sowie dem Spürsinn und der Zielstrebigkeit von Eseln langsam, ohne Hetze und unnötigen Ballast vorangehe und das Ziel im Blick behalte, wird mir vieles
besser gelingen.
AMEN.





